Früh um 06.00 Uhr verlassen wir am 28.09.2002 pünktlich die Pionierkaserne auf der Schanz. In Nürnberg steigen Familie Hermann und Lüttge zu. Jetzt sind wir komplett. Anschließend überraschte uns Monika mit bayerischer Weißwurst und Treuchtlinger Brezen. Evi unterstützte bei der Verteilung.
Gegen Mittag treffen wir in Berlin ein. Quartier beziehen wir im Best Western Hotel am Borsigturm im Ortsteil Tegel, Stadtbezirk Reinickendorf.
Der Nachmittag beginnt mit einer Rundfahrt durch den Westteil der Stadt. Wir fahren nach Süden vorbei am Volkspark Jungfernheide, an der Siemensstadt, verlassen den Autobahnstadtring und erreichen das größte Sportstadion Deutschlands, das Olympiastadion, dem Stadion der Olympischen Siele von 1936. Nördlich des Olympischen Platzes hatte die britische Besatzungsmacht ihr Hauptquartier in West-Berlin. Zum Reichsportfeld gehört auch der Glockenturm, der bestiegen werden kann, sowie westlich des Maifeldes die Waldbühne, Berlins berühmte Freiluftarena. Auf dem Messegelände ragt auch der Lange Lulatsch in die Höhe, der zwar noch nicht einmal die halbe Höhe des Bruders am Alexanderplatz aufweisen kann, dafür aber wesentlich älter ist. Das 150 Meter hohe Stahlgerüst des Funkturms entstand bis 1926. Es trug damals den ersten UKW-Sender der Welt und bietet heute neben dem Restaurant auch eine Aussichtsplattform.
Durch eine Brücke ist die Messe mit dem Internationalen Congress Centrum (ICC) verbunden, der Halle Größenwahn. Im Jahr 1979 wurde hier eines der bis heute modernsten und erfolgreichsten europäischen Kongresszentren eröffnet.
Wir durchqueren den Autobahnstadtring und erreichen am Spandauer Damm das Schloss Charlottenburg. Danach setzen wir die Stadtrundfahrt fort in Richtung Kurfürstendamm.
Der Kurfürstendamm ist 3,5 km lang und zieht sich durch die Bezirke Charlottenburg und Wilmersdorf. Der Boulevard ist seit Jahrzehnten eine weit über die Grenzen Berlins hinaus berühmte Einkaufs- und Flaniermeile. Der Ku’damm ist aber nicht nur Shoppingmeile, sondern gleichzeitig auch eine gute Geschäftsadresse und ein wichtiges Kulturzentrum von Berlin. So befinden sich hier zum Beispiel das berühmte Theater des Westens, Theater am Kurfürstendamm und Komödie (Nr. 206) zahlreiche Hotels, Renaissance-Theater, Schaubühne. Die witzigsten Läden und nettesten Restaurants und Kneipen findet man oft in den Seitenstraßen des Ku’damm.
Ein anderes sehr bekanntes Gebäude ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche an der wir halten und absitzen. Das meist nur als Gedächtniskirche bezeichnete Mahnmal steht auf dem Breitscheidplatz gleich neben dem Europa Center. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche stark zerstört und steht seitdem als Mahnmal, für die sinnlose Zerstörung des Krieges. Umgeben ist der Hohle Zahn von mehreren architektonisch modernen Gebäuden der Kirche, in denen sich u.a. eine Gedenkhalle befindet.
Unsere Fahrt geht weiter durch Schöneberg zum Flugplatz Tempelhof. Die Zukunft des Flughafens ist ungewiss. Hinter dem Platz der Luftbrücke, dort, wo sich die im Volksmund genannte Hungerkralle, das Luftbrückendenkmal, in die Höhe reckt, erstrecken sich die imposanten Gebäude des Zentralflughafen Berlin-Tempelhof. Das Luftbrückendenkmal erinnert an die drei Luftkorridore nach West-Deutschland und vor allem an jene, die während ihrer Arbeit für die Luftbrücke ums Leben kamen.
Weiter geht es durch Kreuzberg. Wer die Kneipenszene erleben will, ist hier richtig, denn Kreuzberger Nächte sind lang! Die Häuser im Chamissokiez wurden wie die meisten Berliner Mietshäuser der Arbeiterbezirke in der späten Kaiserzeit errichtet. Diese Arbeiterstadtteile umgeben den historischen Stadtkern, (den Alt-Bezirk) Mitte, ringförmig: Tiergarten, Wedding, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg.
Hier im Kiez findet man Kopfsteinpflaster, die Laternen, die Stuckfassaden, die wieder hergestellten Balkone und Fassaden. Die grünen gusseisernen Häuschen Café Achteck standen früher als Bedürfnisanstalten dem männlichen Teil der Bevölkerung an vielen Berliner Straßen zur Verfügung.
Zum Abschluss des ersten Tages gehörte noch das südlich des Tiergartens gelegene Kulturforum mit den Museen und anderen kulturellen Einrichtungen: z.B. neue Nationalgalerie und die neue Philharmonie mit ihrer spektakulären Dachsilhouette.
2. Tag: Potsdam
Wir verlassen Berlin und folgen der Avus Richtung Südwesten, fahren weiter am Großen Wannsee mit seinem Strandbad entlang und passieren die Villenkolonie Wannsee. Hier siedelte die High Society schon zur Jahrhundertwende; überqueren die neue Wannseebrücke und erreichen das Villenviertel Alsen. Geschichtliche Bedeutung erhielt die Villa Minoux. Das Haus der Wannsee-Konferenz ist heute Gedenk- und Bildungsstätte.
Auf der B1 kommen wir zum Schloss und Park Kleinglienicke. Prinz Carl von Preußen (1801-1883), Drittältester Sohn "Friedrich Wilhelms III." und "Königin Luise", seine Brüder "Friedrich Wilhelm (IV.)" und "Wilhelm (I.)" ließ ab 1824 das Landhaus am Havelufer zur Sommerresidenz umbauen. An der Glienicker Brücke, die über die Havel nach Potsdam führt, steht die Große Neugierde. Ein von Korinthischen Säulen getragener Rundtempel; er wurde früher als Aussichtspunkt genutzt; von Schinkel entworfen 1835.
Zu Zeiten des Eisernen Vorhanges gewann die Glienicker Brücke durch den Agentenaustausch Berühmtheit.
Die Fahrt führt in das alte und neue Potsdam, die frühere Residenzstadt der preußischen Könige.
Der große Kurfürst Friedrich Wilhelm (1640 - 1688), erklärte das Stadtschloss zu seiner zweiten Residenz und veranlasste deren Ausbau (1662 - 1669). Unter dem Soldatenkönig Wilhelm I. wurde Potsdam Garnisonsstadt. Friedrich II. betrieb den Ausbau zur repräsentativen Residenz.
Zu Fuß durch den Neuen Garten, entlang am Ufer des Heiligen Sees, erreichen wir den Marmor Palais (1787 – 1791). Der Hauptbau wurde für den preußischen König Friedrich Wilhelm II. errichtet, daneben die ehemalige Küche (1788 – 90) für das Marmor Palais, in Form eines versunkenen Tempels, erbaut. Die Pyramide (1791 – 92) ist ein erbauter ehemaliger Eiskeller, zum Frischhalten und Einfrieren von Lebensmitteln, für die Küche des Marmor Palais. Darunter ein ca. 5 m tiefer Keller in drei Etagen. In der untersten Etage wurde Eis eingelagert, welches damals im Winter, gleich vom Heiligen See entnommen wurde.
Am Ende unseres Spazierganges erreichen wird Schloss Cecilienhof (1913 – 1917), im Stil eines englischen Landsitzes, für das letzte Kronprinzenpaar Wilhelm und seiner Gemahlin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin erbaut.
Hinter dem linken Erkerfenster, der Saal der historischen Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens von 1945. Die Konferenzräume sind im Originalzustand erhalten.
Nach der deutschen Kapitulation trafen sich am 17. Juli bis 2. August 1945 hier die drei Alliierten, vertreten durch Großbritannien (Churchill, ab 28.7. Attlee), USA (Truman), und der UdSSR (Stalin), zur Potsdamer Konferenz.
Bei der anschließenden Rundfahrt durch Potsdam beeindruckt uns die Vielfalt der prunkvollen Sehenswürdigkeiten. Die drei großen historischen Parks mit ihren Schlössern: Park Sanssouci, der Neue Garten, und Park Babelsberg sind nur einige Beispiele. Die besten Künstler und Architekten aus dem In- und Ausland schufen zur Hohenzollernzeit ein Ensemble von architektonischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten.
Vorbei an der russischen Kolonie Alexandrowka (19.Jh) fahren wir zum Neuen Palais, 1763-1769 von Büring, Manger, Gontard und Legeay erbaute Sommerresidenz Friedrichs des Großen, am westlichen Ende der Hauptachse im Park Sanssouci.
“Fanfaronade“ (Eine kleine Prahlerei) nannte Friedrich II. das Neue Palais. Am Ende des Siebenjährigen Krieges, 20 Jahre nach dem Bau von Schloß Sanssouci, entstand diese gewaltige Sommerresidenz. Trotz der hohen Kriegskosten, als Ausdruck der Macht und Glorie Preußens, die sich nach dem Siebenjährigen Krieg und unter der Führung Friedrichs II. ergab, wurde das Neue Palais in nur siebenjähriger Bauzeit errichtet.
Mit seinen über 200 Wohn- und Festsälen, wie Marmorsaal, Grottensaal, und Marmorgalerie, darunter das reizvolle Schloßtheater, ist es das größte, prunkvollste und zugleich späteste Werk der "friderizianischen Schloßbaukunst". Eine mächtige Tambourkuppel bekrönt den Giebelrisalit des Mittelbaus. Vor den Pilastern und auf der Attika stehen 292 Sandsteinfiguren.
Die "Communs", rechts links der Kolonnaden, Gebäude-Ensemble von 1763 - 1769, erbaut nach einem Entwurf von Jean Laurent Le Geay als Wirtschaftsgebäude und Unterkünfte der Diener. Heute als "Universität von Potsdam" genutzt.
Gegen Mittag konnte man in der Fußgängerzone einkehren und mit einem kleinen Stadtbummel das Holländische Viertel besuchen.
Der harte Kern besuchte inzwischen den dort im Ruhestand lebenden ehemaligen Kommandeur des Bataillons, Oberst a. D. Dietrich Gerlach, der sehr erfreut war, die Kameraden von früher wieder zu sehen.
1990 nahm die UNESCO die Potsdamer Schlösser und Garten in die Liste des Natur- und Kulturerbes der Welt auf - die höchste internationale Würdigung für bewahrenswertes Kulturgut. Nordwestlich von Potsdam befindet sich der Park Sanssouci, der eine Fläche von 287 Hektar hat und in dem es seit zwei Jahrhunderten eine Vielfalt von Schlössern und Gärten gibt.
Am Nachmittag stand die Führung durch das weltberühmte, gut erhaltene Rokoko- Schloss Sanssouci, Rokokoresidenz von König Friedrich des Großen, mit seinen Kunstschätzen und dem schönen Park an.
Der Name des Schlosses Sanssouci stammt aus dem Französischen und bedeutet „ohne Sorgen“. Am 14. April 1745, während des zweiten Schlesischen Krieges, wurde der Grundstein des „Lusthauses auf dem Weinberg“ gelegt. Friedrich der Große, der Französisch statt Deutsch sprach, benutzte dieses Schloss in seiner freien Zeit. Es diente Friedrich bis zu seinem Tode 1786 in den Sommermonaten als Wohnsitz. Von hier aus regierte er sein Land als aufgeklärter Fürst. Hier lebte er und ging seinen vielfältigen Neigungen nach, philosophierte, musizierte, schrieb Gedichte und las Ovid. Hier wurde er alt und zuletzt sehr einsam.
Sehenswürdigkeiten im Schloss: Ort der berühmten Flötenkonzerte von Sanssouci, Schlaf- und Arbeitszimmer, Sterbezimmer Friedrich II., ferner Bibliothek - einer der schönsten Räume des Schlosses.
Vor dem Schloss sieht man eine Freitreppe und sechs parabolisch geschwungene Weinbergterrassen, die einen an die klassische französische Gartenkunst erinnern. In den verglasten Nischen der Terrassen wurden Wein, Orangenbäumchen und Feigen angebaut. Im Vordergrund befindet sich die Große Fontäne.
Chinesisches Haus (Bauzeit 1754 – 1756)
Exotisch und deshalb jedem der einmal in Sanssouci weilte ein Begriff. Die Säulen wurden als Palmen gestaltet und stützen ein zeltähnliches Dach. Vergoldete Sandsteinfiguren stellen Musikanten, teetrinkende und speisende Chinesen dar.
Historische Mühle (Bauzeit 1787 – 1791)
Die Historische Mühle kann auf eine 200jährige Geschichte zurückblicken. Ihr Betrieb wurde um 1860 eingestellt, und kurz darauf wurde sie als "historisches" Objekt zur Besichtigung freigegeben. Im April 1945 brannte sie ab. Anlässlich der 1000-Jahrfeier Potsdams erfolgte die originalgetreue Wiedergeburt der Historischen Mühle. In der Mühle sind mehrere Ausstellungen zu sehen.
Am Abend bestand die Möglichkeit Berlin bei Nacht zu erleben mit einem Bummel auf dem Kuhdamm oder mit einem Streifzug durch die Kneipenszene.
3. Tag: Rundfahrt Berlin-Ost
Am letzten Tag unserer Berlin-Reise steigen wir der Politik aufs Dach.
Unser Ziel ist heute die Glaskuppel, das Wahrzeichen des Bundestages im Reichstaggebäude. Der neue Reichtag ein modernes Parlament im historischen Mantel. (Technische Daten: Erbaut: 1995 – 1999, Kuppel: Stahl, Abmessungen & Massen: Höhe 23.5 m, Durchmesser 40 m, Höhe zur Aussichtsplattform 40.7 m, Baustahl 800 t, verglaste Oberfläche 3 000 qm) Da wir bereits um 08.00 Uhr vor dem Eingang stehen ersparen wir uns die lange Warteschlange. Nach der Eingangskontrolle fahren wir mit dem Fahrstuhl in die Höhe.
Auf der Aussichtsplattform erleben wir den einzigartigen Panorama-Blick über ganz Berlin.
Zu Fuß führt uns der Weg zu Fuß vorbei am – noch zurzeit verhüllten – Brandenburger Tor dem Symbol der Deutschen Einheit und Wahrzeichen der Stadt zur weiteren Stadtrundfahrt durch Berlins "Neue Mitte" zwischen dem West- und dem Ost-Zentrum.
Es umfasst die neuen Regierungsbauten und das Reichstagsgebäude, Botschaften, Rotes Rathaus - Sitz des Berliner Bürgermeisters, Checkpoint Charlie – einstiger Grenzübergang an der Friedrichstraße Ecke Kochsraße. Das Haus am Checkpoint Charlie zeigt die Geschichte der geteilten Stadt samt Fluchtautos und Mauerstückchen, die ehemalige Mauer, Hauptstadtstudio, Caféhäuser und Edelgastronomie, Banken und Konsumtempel, aber auch den Potsdamer Platz, der von den Sony- und Debis-Gebäuden flankiert wird.
In den ehemaligen Ostteil der Stadt führt die historische Straße Unter den Linden, die von den wiedererrichteten Prachtbauten der Hohenzollern gesäumt ist. Der Boulevard lädt zu einem Bummel ein. Diese traditionsreiche Allee führt vom Pariser Platz durch das Brandenburger Tor über die Friedrichstraße mit ihrer neuen Architektur bis zum Alexanderplatz mit dem 365 m hohen Fernsehturm. In einigen Jahren wird der Platz nach umfangreichen Bauarbeiten wohl ein ganz neues Gesicht erhalten.
Umrahmt von den historischen Gebäuden der Humboldt-Universität, Bebelplatz der Staatsoper und alten Wache, dem Zeughaus, dem Alten Museum am Lustgarten, dem größten protestantischen Dom Europas - Berliner Dom genießt man hier die Lebendigkeit dieser Stadt.
Der westliche Bereich des Bebelplatzes - zwischen Staatsoper und Alter Bibliothek, zwischen Hedwigskathedrale und Universität - ist der Ort der Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Hier wurden 20 000 Bücher von jüdischen, kommunistischen, liberalen und sozialkritischen Autoren unter anderem aus den Regalen der Alten Bibliothek geholt und in einem gewaltig lodernden Feuer verbrannt.
Heute befindet sich hier eine gläserne Platte, die in den Boden eingelassen ist. Ein unterirdischer Raum mit symbolisch leeren Bücherregalen des Bildhauers Micha Ullman und eine Gedenktafel bilden das unauffällige Denkmal zur Bücherverbrennung.
Einen Eindruck des historischen Berlins gewinnt man im Nikolaiviertel, mehr noch aber auf dem Gendarmenmarkt oder der Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum.
Auf der östlichen Seite der Museumsinsel sehen wir rechts eines der hässlichen und wenig ruhmreichen Gebäude auf unserer Rundfahrt: den Palast der Republik. Hier residierte einst das Parlament der ehemaligen DDR.
Schön war’s.
Wir werden mit Sicherheit noch einmal wiederkommen um zu sehen, was sich in Berlin alles getan hat. Berlin ist immer eine Reise wert! Nun hatten wir noch alle die Gelegenheit ein wenig Hauptstadtluft zu schnuppern und uns für die Rückfahrt zu stärken.
Berliner Luft in Dosen ist ein beliebtes Souvenir!!
Ein ganz besonderer Dank gebührt an dieser Stelle unserer Reiseleitung Monika und Heinz Christoph, die uns die Sehenswürdigkeiten Berlins mit viel Engagement aufgezeigt haben, unserem umsichtigen und verantwortungsvollen Busfahrer Heinz sowie allen, die zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben.
Planung und Organisation der Reise lag in den bewährten Händen von G. Denk und R. Rickert.


