Der diesjährige Vereinsausflug vom 20.–22. September 2003 führte uns dieses Jahr in die kleinste Region Frankreichs.
Die idyllischen Ausläufer der Vogesen, die wunderbaren Weine, die urigen Restaurants, sympathische Fachwerkstädtchen, Störche und lebendige Traditionen machten eine Reise durch das Ober- und Unterelsass zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Petrus bescherte uns hier noch einmal drei wundervolle Sommertage. Unter sachkundiger Führung durchfuhren wir den Kaiserstuhl, die oberrheinische Tiefebene, die Vogesen, die Elsässer Weinstraße und zum Abschluss Straßburg, die Hauptstadt des Elsass.
Wir besuchten die alte Reichsstadt Colmar. Schon im früheren Mittelalter war Colmar eine reizvolle Stadt, die oft von Karl dem Großen besucht wurde. Zum Glück wurden der Stadt die Zerstörung während des 30-jährigen Krieges und der Reformation erspart.
Heute kann Colmar eine der schönsten Altstädte in Frankreich mit Fachwerkhäusern und vielen historischen Gebäuden (Maison Pfister, Koifhus, Maison des Têtes) aufweisen. Außerdem tragen die Sammlungen der Malerei aus dem späteren Mittelalter oder der Renaissance des Musée d'Unterlinden zur Berühmtheit Colmars bei. Sein Herzstück ist der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald. Dem französischen Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdy (1834–1904) ist das Museum Bartholdy gewidmet. Sein bekanntestes Werk ist die New Yorker Freiheitsstatue. Jean-Jacques Waltz (1873–1951), Zeichner und Heimatforscher, bekannt als Hansi, er wurde durch idyllische Darstellungen des Elsass und scharfe anti-deutsche Karikaturen berühmt.
Der zweite Tag führte uns zur Route des Crêtes (Vogesenhochstraße) – Munster – Col de la Schlucht – Grand Ballon – Hartmannswillerkopf – und über Eguisheim zurück nach Kenzingen ins Hotel.
Höchster Punkt ist der 1.343 Meter hohe Pass zwischen dem Markstein und dem Hartmannswillerkopf (frz. Vieil Armand) in der Nähe des großen Belchen (frz. Grand Ballon). Direkt an der Straße liegt die Gedenkstätte Hartmannswillerkopf, bestehend aus einem Nationalfriedhof und einer Krypta mit katholischem, evangelischem und jüdischem Altar zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten. Es wurde als eines von vier Denkmälern nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 von den Franzosen errichtet und 1921 unter Denkmalschutz gestellt. Die Route des Crêtes war ursprünglich eine Militärstraße, die von den Franzosen während des ersten Weltkriegs zur Versorgung der Armee bei der Befreiung des 1871 vom Deutschen Reich annektierten Elsass gebaut wurde (Hartmannswillerkopf). Sie verläuft fast ununterbrochen auf westlicher Seite etwas unterhalb des Gipfelkamms und damit in Deckung vor deutschem Beschuss. Anders als die meisten anderen Straßen verbindet sie damit keine Orte untereinander. Auf dem Gipfelkamm verlief damals auf weiten Strecken die deutsch-französische Grenze, die Grenzsteine sind zum großen Teil heute noch sichtbar.
Eine beliebte Delikatesse der Region ist der Munsterkäse. Er wurde von den seit 660 ansässigen Benediktinermönchen erfunden. Charakteristisch für den Käse sind sein strenger Geruch und der sehr glatte und weiche Teig.
Gottlob fanden wir nach diesem vollen Programm noch die Kraft, abends in unserem Hotel "Schiebele" in Kenzingen am Kaiserstuhl zu Günter’s Klängen auf dem Keyboard das Tanzbein zu schwingen.
Am Rückreistag fahren wir durch das Unterelsass nach Straßburg, in die Hauptstadt der Region Elsass.
Während der Stadtrundfahrt erfahren wir mehr über die Geschichte und die Kultur Straßburgs, ihren Sehenswürdigkeiten und den modernen Bürokomplexen des Europaparlaments.
Wir beginnen unseren Altstadtbummel am Vauban Wehr. Hier teilt sich die Ill in mehrere Arme. Vorne die Türme der Ponts Couverts (gedeckte Brücken), dahinter die Dächer der Altstadt, umgeben von Kanälen und über allem das kolossale Münster, das Wahrzeichen der Stadt.
In wenigen Schritten passieren wir das ehemalige Gerberviertel (La Petite France) mit seinen alten malerischen Fachwerkhäusern, erreichen den Münsterplatz und stehen vor den gigantischen Ausmaßen des Straßburger Münsters.
Nach kurzer Stärkung wartete Heinz mit dem Bus bereits auf uns und wir traten am späten Nachmittag unsere Rückreise nach Ingolstadt an.


