Kameradschaft Panzeraufklärungsbataillon 10 e.V.

Reise Dresden, 1. Tag

Yenidze

Anreise - Sachsens Hauptstadt Dresden - das Florenz an der Elbe.

Abfahrt 05.30 Uhr.

Im Regen verlassen wir die Pionierkaserne auf der Schanz Ingolstadt.

Während der Fahrt serviert unser Frühstücksteam - Frau Bayer, Frau Rickert und "Charlie" - Wiener Würstchen, sehr gute Treuchtlinger Brezen und Kaffee.

Nach ruhiger Autobahnfahrt verlassen wir diese am frühren Vormittag und fahren in Dresden ein. Wir begegnen der ersten Sehenswürdigkeit - die "Yenidze". Was den westlichen Rand der Innenstadt so eindrucksvoll dominiert ist keine Moschee, sondern das 1908-1909 für den Tabakfabrikanten Hugo Zietz von Martin Hammitzsch im pseudoorientalischen Baustil erbaute und mit einer kunstvoll gestalteten, farbigen Glaskuppel bekrönte Tabakkontor. Thema und Name des eigenwilligen Baues sind dem Urlaubsort Zietz' in der damaligen Türkei entlehnt. Seit 1997 wird die Yenidze als Bürogebäude mit Restaurant und Diskothek genutzt.

Eine erste kleine Rundfahrt durch die Altstadt verhilft uns zu ersten Eindrücken. Wir verlassen den Bus am Altmarkt direkt vor dem Kulturpalast. Die ersten Schritte zu Fuß. Erste Instruktionen über den weiteren Verlauf erhalten wir durch unseren Vorsitzenden Herrn Bayer. Bis zum Mittagessen im Rathauskeller können wir auf eigene Faust erste Eindrücke gewinnen.

Auf dem Altmarkt (ältester und größter Platz der Stadt) erwartet uns der "Dresdner Herbstmarkt". Nach den Zerstörungen 1945 wurde der große Platz 1953-56 im Osten und Westen mit repräsentativen, an den Dresdner Barock erinnernden Häuserzeilen bebaut. 

An der Südseite entstanden neue Büro- und Geschäftsbauten. Den nördlichen Abschluss bildet der 1969 eröffnete Kulturpalast. Der Festsaal mit 2400 Plätzen wird nicht nur regelmäßig von der Dresdner Philharmonie bespielt, sondern ist auch Ort für zahlreiche weitere Konzerte und Veranstaltungen. Daneben, nur wenige Schritte entfernt die heutige Kreuzkirche im spätbarocken und frühklassizistischen Stil, erbaut 1764-1800.

Zum Mittagessen treffen wir uns im Rathauskeller. Das Rathaus am Dr.-Külz-Ring wurde 1904-10 erbaut.

Gegen 13.00 Uhr besteigen wir den Bus unter der Carolabrücke und nehmen unsere Reiseleiterin auf. Es beginnt wieder leicht zu regnen!

Die große Stadtrundfahrt führt uns durch die Alt- und Neustadt sowie durch das grüne Dresden.

Wir entdecken die Elbflorenz von seinen schönsten Seiten und lassen die imposante Kulisse der sächsischen Metropole im Stil der 20er Jahre an uns vorüber ziehen: der große Garten mit Barockpalais, Zoologischer Garten, Botanischer Garten, Blüherpark mit Mozartbrunnen, Bürgerwiesen und weitere schöne Brunnen z.B. Storchbrunnen! - Prager Strasse - Gläserne Manufaktur (VW) - Deutsches Hygiene-Museum - Villenviertel Blasewitz - Elbauen - Blaues Wunder (Loschwitzer Brücke) - Schwebebahn - Künstlerviertel Loschwitz (Mühlenkünstler) - Weißer Hirsch - Dresdner Heide - Bautzner Straße - Elbschlösser (Schloss Eckberg, Lingner Schloss, Schloss Albrechtsberg)

In Pfunds Molkerei fühlt man sich in die gute alte Zeit versetzt. Der "schönste Milch- und Käseladen der Welt" in der Dresdner Neustadt verzaubert mit seine fantasievollen Fliesengemälden im Stil der Neo-Renaissance.

Ein kleines pyramidenförmiges Gebäude kennzeichnet die Bohrung für einen artesischer Brunnen (hier holen die Dresdner ihr Kaffeewasser). Ein interaktives Kleinmuseum ist Erich Kästner gewidmet. Entlang der Königstraße, Jägerhof (Volkskunstmuseum), Japanische Palais (Museum für Völkerkunde, Vorgeschichte) und vorbei am Goldnen Reiter überqueren wir die Elbe auf der Augustiner Brücke. Am Theaterplatz verlassen wir den Bus und beginnen unseren historischen Stadtrundgang zu Fuß - bei Sonnenschein wie bestellt!

Unsere Entdecker-Tour führt vorbei an der Brühlschen Terrasse (Festung Dresden, Kasematten) - Fürstenzug - Blick auf die Frauenkirche - Residenzschloss - Stallhof (wo sich Roß u. Reiter wohlfühlten, Wandmalerei im Sgraffito-Stil) - Hotel Kempinsky. 

Am Nürnberger Brunnen überqueren wir die Sophiestrasse und betreten durch den Stadtpavillon (aufgrund der 1936 eingebauten 40 Meissener Porzellanglocken auch Glockenspielpavillon genannt) den Zwingerpark - Poesie in Sandstein.

Nun endlich erblicken wir den einzigartigen Dresdner Zwinger (sein Name leitet sich von der Lage auf der ehemaligen Stadtbefestigung ab). Die prachtvolle Barockarchitektur des 1710-38 als Festplatz angelegten Ensembles wurde von Pöppelmann und Permoser für Sachsens Kurfürst August den Starkem geschaffen. Weitere Höhepunkte sind - Kronentor - Nymphenbad mit Wasserspielen - der Mathematisch-Physikalische Salon - die weltberühmte Galerie "Alter Meister" und die Rüstkammer.

An der westlichen Seite des Theaterplatzes erhebt sich das eindrucksvolle Gebäude der Sächsischen Staatsoper, die Semperoper, errichtet 1871-78 nach Plänen von Gottfried Semper. Das Haus wurde 1945 völlig zerstört und nach umfangreicher Rekonstruktion 1985 wiedereröffnet. Es ist das einzige Theater Deutschlands, das den Namen seines Architekten trägt.

Der beste Eindruck vom Theaterplatz und den ihn umgebenden Bauwerken bietet sich vom Reiterstandbild in der Mitte aus. Es zeigt König Johann (1801-73), der erstmals Dantes "Göttliche Komödie" in deutsche Terzinen übersetzte. Zur Elbe hin sieht man das italienische Dörfchen. Ihren Namen verdankt die im historischen Stil restaurierte Gaststätte den italienischen Bauleuten der Kathedrale.

Die ehemalige Katholische Hofkirche, 1980 als Kathedrale Sanctissimae Trinitatis (der heiligsten Dreifaltigkeit) zum Bischofssitz der Diözese Dresden-Meißen erhoben, wurde 1738-55 von Gaetano Chiaveri und Johann Christoph Knöffel erbaut und ist eine einzigartige Verbindung von römischer und deutscher Barockarchitektur. Das Altargemälde stammt von Anton Raffael Mengs (1751), die Rokokokanzel von Balthasar Permoser (1722), die Orgel von Gottfried Silbermann (1755) und die Pietà aus Meissener Porzellan von Friedrich Press (1973). In der Gruft finden Sie die Sarkophage der Wettiner und eine Kapsel mit dem Herz Augusts des Starken.

Fast wie ein griechischer Tempel wirkt auf der anderen Straßenseite die Altstädter Wache, nach ihrem Architekten auch Schinkelwache genannt.

Noch schnell Kaffee trinken, einige Souvenirs besorgen, einen letzten Blick auf das Ensembles werfen und nun geht's mit dem Bus endlich in das Treff-Hotel in Freital - die Zimmer beziehen - Abendessen - Übernachtung.